Hosting oder Server für die Website

Die Wahl des Webservers ist eine Sache, die man sich gut überlegen sollte. Schließlich wechselt man später nicht wieder so ohne Weiteres den Server. Zumindest ist der Wechsel wieder mit Arbeit verbunden. Darum sollte man im Vorfeld klären welche Anforderungen man an den Server stellt, wie viel Power man braucht.

Hostingpaket, Server und VServer
Auf einem Hostingpaket kann man genauso einen WordPressblog betreiben wie auf einem kompletten Rootserver, Beim Hostingpaket wird es allerdings so sein, dass gleichzeitig eine Vielzahl an Domains auf einem Server laufen. Die Zahl kann hier schnell mal 1000 überschreiten. Das kommt etwas darauf an welche Leistung der Hoster einem zusichert, und wie er kalkulieren muss. Grundsätzlich gilt: Je weniger Domains desto besser.

Managed Server vs Rootserver
Ein managed Server und ein Rootserver sind im Prinzip von der Hardware und dem Betriebssystem das Gleiche. Der Unterschied besteht nur in der wartung des Systems und in den Rechten des Users. Beim Rootserver müssen in unregelmäßigen Abständen Updates gemacht werden, und damit Sicherheitslücken geschlossen werden. Das ist ein Aufwand den der Provider in Rechnung stellt, und darum sind managed Server auch etwas teurer als Rootserver. Der Provider stellt diese Updates nur für die Serverfunktionen zur Verfügung. Aus diesem Grund können User bei einem managed Server auch keine Software installieren. Der Administrator kann schließlich nicht auch jede Usersoftware warten. Das betrifft jedoch nur Serversoftware und Module, die direkt am Server installiert werden müssen. Software wie WordPress, Joomla oder Shopsoftware kann man auch im managed Server installieren. Die Gefahr bei einem Rootserver ist, dass durch Sicherheitslücken Angreifer Software istallieren, Daten und Webinhalte ausspähen oder manipulieren oder den Server für illegale Downloads, Spam oder gegen Angriffe andere Server nutzen. Das Updaten der Serversoftware ist nur etwas für Profis, die sich damit auskennen und auf dem Stand der Technik sind. Für einen Aufpreis von vielleicht 20 oder 30 Euro beim Rootserver ist sollte man diesen Sicherheitsaspekt dem Provider überlassen.

vServer vs Rootserver
Ein vServer ist nicht zwangsläufig schlechter als ein Rootserver. Es kommt auf die inneren Werte an. Wenn der Hostserver sehr potent ist so kann ein vServer auf diesem System wesentlich stärker sein als ein Single-Root-Server. Schnelle CPUs, schneller und vor allem viel RAM sind auch bei einem Server besonders wichtig. Da kann ein schlecht konfigurierter Rootserver schnell ins Hintertreffen geraten. Gerade das RAM sollte man nicht unterschätzen. Hat ein Server nicht so viel RAM, so kann beispielsweise die Datenbank nicht so viele Abfragen zwischenspeichern. Die Folge ist, dass der Server die Abfragen wieder neu durchführen muss, und das kostet dann wieder Rechenpower. Ein Vorteil eines V-Servers ist, dass man ihn in der Regel skaliern kann. Also bei Bedarf kann man mehr RAM und mehr CPU-Power dazu buchen.

Analyse des Bedarfs
Je besser man vorhersagen kann wie anspruchsvoll die Website wird, desto besser kann man auch den passenden Webserver finden. Ein einfacher Blog, der nur die Artikel und eine mehr oder weniger gefüllte Sidebar darstellen muss braucht weniger Ressourcen, als ein Shopsystem, das eine Vielzahl von Abfragen für jede einzelne Seite erledigen muss.

Abschätzung der Besucherzahlen
Meist überschätzt man den tatsächlichen Besucheranstrom, und damit den Bedarf an Ressourcen. Ein gut besuchter Blog, der am Tag 1000 Visits hat erzeugt am Server dennoch nur wenig Last. Wenn man untersucht wie sich die Besucher verteilen wird das schnell klar. 50 Prozent des Traffics verteilen sich auf fünf Stunden am Tag – die anderen 50 Prozent auf 10 Stunden. Die Hauptlast des Servers dürfte eine Stunde lang sein, in der er 15 bis 20 Prozent des Tagestraffics abarbeiten muss. In der Nacht kommt kaum ein Besucher auf die Website. Entscheiden ist immer der größte Besucheransturm. In der Prime-Time kommen also an die 200 Besucher pro Stunde auf den Server. Entscheidend ist jedoch nicht die Zeit, die der User sich auf der Website aufhält, sondern nur die Zeit die für den Seitenaufbau anfällt. Wenn der Besucher dann die Inhalte liest fällt derweil keine Last am Server an. Die 150 Besucher schauen sich im Schnitt vielleicht 4 Seiten an. Das bedeutet 600 Seitenaufrufe in der Stunde – 10 Seiten pro Minute. Das ist ein Wert den ein Server durchaus schaffen sollte. Selbst ein einfacher Webserver kann mehrere Webseiten gleichzeitig ausliefern.

Fazit:
Bei Servern gilt in abgewandelter Form die Regel – was nichts kostet ist nichts wert. Wer bei einem 1 Euro-Angebot einen Hih-End-Server vermutet, auf dem nur wenige Endkunden sind lügt sich in die Tasche.
Für einen „normalen“ Blog recht sicher ein günstiges Angebot von bis zu 5 Euro. Wer einen umfangreichen Shop bauen will, sollte sich eher einen VServer zulegen bei dem er mindestens einen CPU-Kern und 4 GB RAM hat. Die Kosten hierfür beginnen 10 Euro; als managed Server bei 20 Euro. Wenn man merkt, dass der Shop / die Website gut läuft kann man meist problemlos weitere CPU-Kerne dazu buchen. Einfache Rootserver bekommt man schon ab 50 Euro – managed Server ab 80 Euro. Hier gilt es ganz genau die Hardware zu verleichen!

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